Nachhaltig glücklich durch Familienstellen

Was ist eine Familienaufstellung?

Familienaufstellung ist die bekannteste Form der sogenannten Systemaufstellungen. Dieses psychotherapeutische Verfahren wird häufig von Psychotherapeuten, Psychologen und Heilpraktikern praktiziert und zum Erreichen von nachhaltiges Familienglück angeboten.

Was hat die Systemwissenschaft mit der Familie zu tun?

Die Systemwissenschaft konzentriert sich auf die Wechselwirkungen und Zusammenhänge in Systemen. Jede Familie ist ein System.

Das Ziel der Systemwissenschaften ist es, Strukturen eines Systems nachzuweisen, um so Aussagen über zukünftige Verläufe machen zu können. Der Leitlinie der Systemwissenschaft ist das verkürztes Zitat von Aristoteles: Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile. Dieser Satz soll darauf hinweisen, das nicht auf die Haltung des Gesamtsystems geschlossen werden kann, obwohl Kenntnisse der Eigenschaften einzelner Systemteile vorliegen. Hierfür muss des Verhalten des Systems analysiert und verstanden werden.

Was ist das Model der Wechselwirkung?

Der Kernpunkt der systemtherapeutischen Sicht ist die Wechselwirkung. Die Mitglieder einer Familie, deines Stammes oder Volkes, Organe, Glieder und Bereiche des Körpers und die Teile der Persönlichkeit stehen in Wechselwirkung zueinander. Die gesamte Menschheit, jeder einzelne Mensch stehen in Wechselwirkung mit der Umwelt.

Und was ein Teil der Gesamtheit macht, wirkt sich auf alle anderen Mitglieder aus. Und wirkt auch auf den Einzelnen zurück. Dies gilt für die inneren Handebenen (für die Ebene mentaler Tätigkeit, Kommunikation und Kognition)und auch für die Ebene der äußeren Handlungen.

Es ist so, das unsere Wahrnehmung min unseren Vorstellungen, unsere Vorstellungen mit unserem Befinden in Wechselwirkung stehen, und dieses wirkt dann auf unsere Vorstellungen und Wahrnehmungen zurück. Das Gleiche gilt für Vorstellung und Kommunikation (oder andere Darstellungsformen), für Darstellung und Handlung (Aktion) usw.

Jedes Element wirkt aus jedes andere Element und Veränderungen im Kleinen bewirken Veränderungen des Gesamten.

Was hat nun die Systemwissenschaft und das Modell der Wechselwirkung mit Familie zu tun? Bzw. was macht die Familie Krank?

Haben wir Altlasten aus der früheren Familie schleppen wir die manchmal lange mit und herum.

Jede Familie ist ein System. Dieses System besteht aus verschiedenen Untergruppen. Zu diesen Untergruppen können in einer Familie Eltern, Paare, Geschwister, Großeltern u. v. m. gehören.

Über eingeübte und unausgesprochene “Spielregeln” tauschen sich alle Familienmitglieder untereinander aus und versuchen, auch das Gleichgewicht nach außen so herzustellen. Jedes Familienmitglied hat genug Freiraum sich gut zu einwickeln, wenn Grenzen zwischen den Untergruppen durchlässig und klar sind.so kann nachhaltiges Familienglück entstehen. Sind die Grenzen klar, kann die gesamte Familie flexibel auf Änderungen reagieren, egal ob die Änderungen von innen oder außen kommen.

Das System Familie wird allerdings krank, wenn Grenzen zu starr oder zu verschwommen sind. Es kann sich z. B. das Elternpaar überfordert fühlen und abkapseln, wenn sich die unterschiedlichen Generationen zu rigide voneinander abgrenzen. Kinder und Großeltern können sich in die Aufgaben der Eltern drängen, wenn Grenzen nicht klar gesteckt sind.

Manche Probleme werden über Generationen “vererbt”. Haben wir Altlasten aus der früheren Familie versuchen Heranwachsende die Lebenspläne ihrer Eltern erfüllen oder gar Pläne, die von der “Ursprungsfamilie” entworfen wurden. So versucht z. B. der Sohn eine akademische Laufbahn einzuschlagen, obwohl seine Talente im Handwerk, oder im musischen Bereich liegen.

Wie läuft eine Familienaufstellung ab?

Neben dem Familienaufstellen in einer Gruppe von ca. 20 Menschen, gibt es die Möglichkeit, mit einem Therapeuten und Symbolen, wie z. B. kleine Figuren, Steine oder auch nur zugeschnittene Papierschnippel die einzelnen Familienmitglieder darzustellen.

Bei einer Gruppenaufstellung wählt der Aufstellende, Stellvertreter für die einzelnen Familienmitglieder wie z. B. Vater, Mutter und Geschwister. Der Stellvertreter versucht nun sich intuitiv passend im Raum zu platzieren. Nach einer Zeit der Sammlung fühlen sich die so gestellten Stellvertreter, aus der sich entwickelnden Dynamik heraus, in der Regel so, wie die von ihm dargestellte Person. Der Stellvertreter übernimmt somit die Rolle der dargestellten Person. Die aufgestellten (daher der Bergriff Familienaufstellung) Familienmitglieder drücken nun ihre Gefühle aus. Der Aufstellende hört sich nun, vom Rand des Geschehens, zu und erspürt seine Empfindungen, die er dem Therapeuten mitteilt.

Die “gestellten Personen” sollen, nach Ansicht der Aufsteller, intuitiv die Verhaltensweisen und Gefühle der “richtigen” Familienmitglieder übernehmen können. Die “Seelen der Nachkommen” sollen heilsame Lösungen erfahren und Krankmachende Verstrickungen mit Verwandten und Vorfahren kommen ans “Licht” und werden aufgelöst. Der Therapeut begleitet den Klienten bei der Neuorientierung und erleichternde Lösungen im Leben.

Manche Aufsteller vertreten die Meinung, dass der Klient die Lösungen seiner Probleme und Konflikte in sich trägt und bereits kennt. Durch die Familienaufstellung soll die Problematik, der verdrängte Zustand und die entsprechenden Lösungen aus dem Unterbewussten an die Oberfläche des Bewusstseins gebracht werden.

Ziel einer Familienaufstellung ist es den Selbstwert jedes Familienmitgliedes und den Zusammenhalt der gesamten Familie zu stärken, den Austausch und die Kommunikation untereinander zu verbessern und die belastenden Beziehungsmuster zu verändern. somit wird durch das Familienstellen ein nachhaltiges Familienglück erzielt und Altlasten aus früheren Familien beseitigt.

Ähnliche Aufstellungsformen sind:

Kommunikationstherapie nach Mara Selvini Palazzoli

Psychodrama nach Jakop Moreno

Familienskulpturen (Sculpting) nach Virginia Satir

Lösungsfocussierte Therapie wie Kurzzeittherapie nach Steve de Shazer

NLP oder Hypnotherapie (auch hier werden verschiedene Aufstellungsformen genutzt)